Kirche2go fragt: Was ist Seelsorge?

Kirche2go fragt: Was ist Seelsorge? Seelsorge bedeutet Dasein – mit und für einen Menschen, auch und gerade dann, wenn dieser es sehr schwer hat. Seelsorge bedeutet auch Aushalten – den Schmerz, die Trauer, das, was schwer ist, – damit niemand damit alleine sein muss. In der Passionszeit 2022 erklärt Kirche2go jeden Freitag einen Aspekt aus dem Bereich Seelsorge.

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Der gesamte Text zum Nachlesen:

Kirche2go fragt: Was ist Seelsorge? Anderen Menschen beistehen, sich in ihre Lebenssituation einfühlen und Freude und Not mittragen – so beschreiben Seelsorgerinnen und Seelsorger oft selbst ihre Arbeit. Seelsorge bedeutet Dasein – mit und für einen Menschen, auch und gerade dann, wenn dieser es sehr schwer hat. Seelsorge bedeutet auch Aushalten – den Schmerz, die Trauer, das, was schwer ist, – damit niemand damit alleine sein muss. Egal, ob es Zoff im Job, Unstimmigkeiten in einer Beziehung gibt, ein Mensch sich alleine oder isoliert fühlt, einen anderen Menschen verloren hat oder Mist im Leben gebaut hat, – Seelsorgerinnen und Seelsorger sind für sie in ihren persönlichen Situationen da und bieten Hilfe an. Für die Helfenden sind alle Menschen Geschöpfe und Ebenbilder Gottes. Daher ist der Kirche die „Sorge für die Seele“ so ein wichtiges Thema. Früher wurde Seelsorge oft nur im Zusammenhang mit der Beichte gesehen. Heute ist Seelsorge meist ein persönliches Gespräch unter vier Augen, in dem Menschen über ihre Sorgen und Nöte sprechen und Lebens- oder Glaubenshilfe erfahren. Hier sind meist die Pfarrerinnen und Pfarrer, aber auch ausgebildete Ehrenamtliche in den Kirchengemeinden vor Ort, die richtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Seelsorge kann von jedem Menschen in Anspruch genommen werden. Sie geschieht auf Basis eines christlichen Menschenbildes und wird kostenfrei angeboten. Neben Seelsorgeangeboten in den Gemeinden bieten die Kirchen zum Beispiel auch in Krankenhäusern, Altenheimen, Gefängnissen, in der Notfallseelsorge oder auch in der Telefonseelsorge Hilfe an. Grundsätzlich stehen jede Pfarrerin und jeder Pfarrer als Seelsorgerin und Seelsorger zur Verfügung. Alle unterliegen einer seelsorglichen Schweigepflicht und dem Beichtgeheimnis. Es gehört zum Christsein dazu, anderen Menschen beizustehen, sich einzufühlen und ihre Freude und ihre Not mitzutragen. So hat es Jesus Christus vorgelebt. Daher bilden viele Kirchen auch Ehrenamtliche in der Seelsorge aus. Sie unterliegen auch der seelsorglichen Schweigepflicht und werden für diesen Dienst beauftragt und darin begleitet. Selbst vor Gericht haben Seelsorgende ein Aussageverweigerungsrecht. Jeder Mensch kann sich daher in der Seelsorge ohne Angst vor den Folgen Dinge von der Seele reden. Auch wenn Seelsorge meist im Verborgenen geschieht, ist sie ein essenzieller Bestandteil von Kirche.

Text: APK
Foto(s): APK

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