Unsere Archivale für Dezember: „[…] klopft er für und für so stark an unsers Herzens Tür“ – Gedanken zum Advent und zum Vermächtnis von Pfarrer Fritz Schellenburg
Eine ganz besondere Zeit hat nun begonnen: der Advent. Das Wort „Advent“ bedeutet „Ankunft“. Damit verbunden ist im christlichen Verständnis der Beginn eines neuen Kirchenjahres. Ein Neuanfang soll gewagt werden. Neue Perspektiven und Blickwinkel sollen eingenommen werden. Im Leitartikel der UK (Unsere Kirche), Ausgabe Nr. 49 vom 30.11.2025, heißt es: „Ein Neuanfang muss nicht auf den richtigen Zeitpunkt warten und nicht perfekt vorbereitet sein.“ Letztlich muss er durch den Menschen aus freien Stücken bewusst gemacht und begonnen werden.
Vielleicht hatte Pfarrer Friedrich (Fritz) Wilhelm Schellenburg, als er sich 1948 mit einer Einladung zum Weihnachtsgottesdienst an die Mitglieder der Gemeinde Nippes wandte, etwas Ähnliches im Sinn. Er rief die Gemeindemitglieder dazu auf, sich trotz der schmerzlichen, entbehrungsreichen und verlustvollen Zeit der letzten Kriegs- und Nachkriegsjahre nicht der christlichen Botschaft zu verschließen, sondern der Ankunft Jesu mit Freude und offenem Herzen entgegenzusehen. Die Hoffnung und Zuversicht, die dem Advent innewohnen, sollten angenommen werden. Die Sorgen und Nöte des alten Jahres sollten – so gut es geht – losgelassen und ein neuer Anfang gewagt werden. Dabei sollten die Mitmenschen nicht aus dem Blick geraten, sondern Arme, Heimatlose und Kranke aktiv in den Blick genommen werden. Schellenburg appellierte an die Nächstenliebe und das Bedürfnis nach Halt und Gemeinschaft.
„Wir sollen nicht verloren werden,
Gott will, uns soll geholfen sein;
deswegen kam der Sohn auf Erden
und nahm hernach den Himmel ein;
deswegen klopft er für und für
so stark an unsers Herzens Tür.“
Ein Leben in Verantwortung
Friedrich Schellenburg wurde am 24.11.1909 in Düsseldorf geboren. Er studierte Theologie in Münster, Marburg und Bonn. 1935 legte er sein erstes theologisches Examen ab, zwei Jahre später folgte das zweite Examen in Barmen. Seit 1937 war er illegal im Hilfsdienst in der Gemeinde Köln-Nippes tätig, wo er Pfarrer Hans Encke unterstützte. Nach Enckes Abreise aus Köln während des Zweiten Weltkriegs übernahm Schellenburg die alleinige Betreuung dehttps://www.kirche-koeln.de/verbandsarchiv/r gesamten Gemeinde (Nippes, Riehl, Mauenheim und Alt-Longerich). Nach dem Einmarsch der Amerikaner nahm Schellenburg – aufgrund seiner Zugehörigkeit zur Bekennenden Kirche – eine zentrale Rolle ein. Er initiierte die Rückkehr von Hans Encke nach Köln, um den Kirchenkreis Köln zu leiten und den Wiederaufbau zu organisieren. Seine erste reguläre Pfarrstelle konnte Schellenburg erst 1946 antreten – als Pfarrer in Weidenpesch. Es folgte eine Pfarrstelle in der neugegründeten Gemeinde Gartenstadt-Nord (1965–1979). Dort blieb Fritz Schellenburg bis zu seiner Emeritierung.
Advent in der Gegenwart
Das Team des Archivs des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region hofft, dass Sie – trotz aller persönlichen und weltpolitischen Herausforderungen – für die christliche Botschaft des Advent empfänglich bleiben und wünscht Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr.
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Text: Stefanie Sternemann
Foto(s): Stefanie Sternemann
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