Ökumenischer Gottesdienst für die Unbedachten – Gedenkbuch wurde von der Antoniterkirche nach St. Aposteln überführt

Zahlreiche verstorbene Christen, auch in Köln, werden aus unterschiedlichen Gründen ohne Trauerfeier bestattet. Ihrer wird seit über zwanzig Jahren im monatlichen ökumenischen Gottesdienst für die Unbedachten gedacht. Das geschieht abwechselnd jeweils ein Kirchenjahr lang in der katholischen Basilika St. Aposteln am Neumarkt und in der evangelischen Antoniterkirche in der Schildergasse Organisiert wird das Gedenken von einem Initiativkreis aus Pfarrern und weiteren Mitarbeitenden der Evangelischen und Katholischen Kirche in Kooperation mit der Stadt Köln und dem Bestatterverband. Stets wirkt die an der Antoniterkirche beheimatete Ökumenische Choralschola Köln unter Leitung von Manfred Loevenich mit gregorianischem Gesang mit.

Ein Zeichen gegen das Vergessen

Das Gedenkbuch auf dem Weg von der Antoniterkirche zur Basilika St. Aposteln – begleitet von einer stillen Prozession durch die Kölner Innenstadt.

Zum Ende eines Kirchenjahres wird das Gedenkbuch, in dem Monat für Monat die Namen der Verstorbenen verzeichnet werden, von der einen zur anderen Kirche überführt. In diesem November startete der Gottesdienst mit vielen Besuchenden in der Antoniterkirche. Zum Ende des Kirchenjahres, in der Woche zwischen Volkstrauertag, Ewigkeitssonntag / Totensonntag, spürten wir Vergänglichkeit, sagte der Stadtsuperintendent Bernhard Seiger. „Wir spüren, dass uns vertraute Menschen fehlen. Wir spüren, dass unsere Lebenswege Licht und Freude, Einsamkeit und Traurigkeit kennen.“ Wir spürten, dass wir über unser Leben im Letzten nicht verfügten. Und „dass wir im Angesicht des Todes alle mit leeren Händen dastehen“. Seiger erinnerte an die Einzigartigkeit und Unverwechselbarkeit des Lebens eines jeden von uns.

Würdevolle Translatio durch die Stadt

Gemeinsam für die Würde Verstorbener ohne Trauerfeier: Stadtdechant Robert Kleine und Stadtsuperintendent Bernhard Seiger während des ökumenischen Gottesdienstes in Köln.

„Wir vertrauen darauf, dass das Buch, in dem die Namen verzeichnet sind, die gleich verlesen werden, und die Namen der letzten Monate und Jahre, vor dir ein Buch des Lebens ist“, sprach der Kölner Stadtdechant Monsignore Robert Kleine zu Gott. Man vertraue darauf, dass er diejenigen, deren Namen wir vortragen, in seinen großen Frieden schon geführt habe: „Dass du ihnen das Land aufgeschlossen hast, das keine Grenzen kennt.“ Gemeinsam verlasen der Stadtdechant und der Stadtsuperintendent im Wechsel die Namen der zuletzt Verstorbenen aus dem Gedenkbuch. Sie schlossen „alle Ungenannten, die uns heute bewegen“, in das Gedenken ein. Beim Verlassen der Antoniterkirche reihte sich das Bonner Bläser-Ensemble in die startende Prozession ein. Louisa Noack, Trauerbegleiterin sowie Leiterin der Kircheneintritts- und Informationsstelle an der Antoniterkirche, hielt das Gedenkbuch in ihren Händen. Und so ging es unter getragenen Klängen über die Schildergasse und am Rande des vom Lichterglanz des Weihnachtsmarktes erhellten Neumarkts entlang nach St. Aposteln.

In der romanischen Basilika fand das Gedenkbuch seinen Platz in der Vitrine nahe der Skulptur des Schmerzensmannes. „Wir sind durch die Straßen gezogen und haben die Blicke der Menschen erlebt, aber auch die Wertschätzung“, führte Domkapitular Dr. Dominik Meiering, Leitender Pfarrer und Vorsitzender des Kirchengemeindeverbandes Köln-Mitte, die Feier weiter. Manche Passanten seien stehen geblieben, andere vorbeigehetzt. Manch einer habe sich gefragt, was das überhaupt sei. „Manch einer hatte vielleicht auch ein religiöses Gefühl“, dankte er den Teilnehmenden, dass wir „dieses Zeichen setzen konnten.“ Dieses werde auf Erden wie im Himmel gesehen: „Keiner ist vergessen. Alle sind in Gottes Hand eingeschrieben, so wie wir unsere Verstorbenen in dieses Buch des Lebens aufgeschrieben haben.“ Den ökumenischen Charakter der Feier betonte noch einmal der gemeinsam von Kleine und Seiger erteilte Schlusssegen.

Der nächste Gottesdienst für die Unbedachten findet statt am 16. Dezember 2025, 18 Uhr, in St. Aposteln, Neumarkt 30.

Text: Engelbert Broich
Foto(s): Engelbert Broich

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