Verwaltungsgebäude, Andreaskirchplatz 1 in Brühl-Vochem 02232/15101-0

Seitenansicht des Verwaltungsgebäudes in Brühl-Vochem, Andreaskirchplatz

Tage 1 und 2,  28. und 29. September 2011

P1040403Drei Delegierte des Kirchenkreises Köln-Süd besuchten das Partner-Krankenhaus Balige am Tobasee und den Partner-Kirchenkreis Silindung vom 28. September bis 10. Oktober anlässlich des 150jährigen Jubiläums der HKBP-Kirche und des 100jährigen Jubiläums des Kirchenkreises Silindung (siehe der Bericht 150 Jahre Toba-Batak-Kirche weiter unten). Da wir das bunte Reisetagebuch mit großer Freude gelesen haben, wollen wir es ungekürzt hier veröffentlichen wie einen Fortsetzungsroman.                                          

Viel Vergnügen beim Lesen und Informieren über eine ganz andere Welt!

Reisetagebuch, Tag 1: Mittwoch, 28.9.

(von Pfr. Stefan Jansen-Haß, Brühl, Fotos von S. J-H. und Reinhard Radloff)

DSC05359Ich habe für 8.00 Uhr das Taxi bestellt. Zu früh? Zu spät? Bapak Radloff (so wurde Reinhard Radloff in den im Vorfeld der Reise weitergeleiteten E-Mails immer genannt) hat mir einen Zug ab Brühl heraus-gesucht, mit dem ich den ICE in Köln-Deutz nur knapp erreichen kann. Penatencreme für die Diakonissen im Krankenhaus Balige zu kaufen, habe ich gestern natürlich vergessen! Also muss ich doch früher fahren, in Köln aussteigen und die Cremedosen besorgen. Ich möchte nicht mit leeren Händen kommen. Wir haben uns doch gut vorbereitet, ein paar Brocken indonesisch gelernt und uns erzählen lassen, was auf Sumatra im Vordergrund steht: Penatencreme!!! In der Nacht  habe ich deswegen kaum geschlafen. Es war auch noch nicht alles erledigt. Die letzte E.Mail vor der Reise geht morgens um 7.00 Uhr heraus. Das Alltagsgeschäft wird mich begleiten, Netbook sei Dank. Das Taxi ist pünktlich, der Koffer schwer wie Blei. Das sind mindestens 30 kg Gepäck, ganz zu schweigen davon, dass mein Handgepäck kaum weniger Umfang hat, nur leichter ist! Was hätte ich daheimlassen sollen, was habe ich vergessen? Die fehlende Krawatte fällt mir beim Anblick der businessmäßig gekleideten Pendler auf dem Bahnsteig ein. Malaria-Prophylaxetablette habe ich in der Hosentasche (immer am selben Wochentag nehmen!) neben dem vom Bund losgelösten Hausschlüssel (nichts Überflüssiges einpacken!).

Ich bin überpünktlich in Köln, decke mich mit dem Gewünschten ein, erreiche den Bahnhof Deutz/Messenoch vor 9.00 Uhr. Fast eine  ¾ Stunde Zeit bis zum verabredeten Termin. Die Sonne scheint schon warm. Ich setze mich, packe meine Tageszeitung aus und lese von gefährdeter Kanzlermehrheit und griechischen Sparplänen. War die kleine Notiz gestern erschienen, dass ein Selbstmordattentäter eine Kirche in Solo auf Java angegriffen hatte? Vier Tote waren zuerst gemeldet worden. Ich weiß gar nicht, wie der letzte Stand ist. Keine Zeit gehabt, mich weiter zu informieren, und vielleicht auch kein Interesse. Anja hat die Meldung nicht gesehen, ich habe es ihr auch nicht gesagt.

 Almuth Koch-Torjuul entdeckt mich. Sie war ebenfalls schon früh in Köln, hat aber die Zeit für ein kleines Frühstück genutzt. Wir setzen uns auf die Mauer über dem Bahnsteig, berichten uns unsere verqueren Gedanken des Morgens, die immer wieder um Gepäck und Gewicht und Penatencreme kreisen.

Der ICE wird angekündigt (pünktlich!). Wir greifen wieder Koffer und Tasche und bewegen uns in die Mitte des Bahnhofs, wo wir Reinhard Radloff zu treffen hoffen. In diesem Moment klingelt das Telefon, Reinhard erkundigt sich nach unserem Verbleib, freut sich sichtlich, als er uns, das Telefon noch am Ohr, nur wenige Meter entfernt ausmachen kann. Der Zug ist voll, unsere Zubringertickets zum Flughafen Frankfurt haben keine Reservierung. Reinhard ergattert einen freien Sitz, Almuth und ich hocken uns auf das Gepäck. Der schwere Hartschalenkoffer erweist sich jetzt als die richtige Wahl. Wie bist Du von zu Hause losgekommen? Wie mit den Kollegen und dem Presbyterium verblieben? Was musste einfach ungelöst liegenbleiben? Was bleibt auch mit Schmerzen in Gemeinde und Familie zurück? Nach kaum 50 Minuten ist Frankfurt erreicht. Auf dem Bahnsteig verteilen wir Gewichte: Nimmst Du den Wandbehang, trage ich die Mitbringsel.

DSC05360Die Flughafenhalle erinnert an einen „Reisetempel", Kathedralbauten aus Glas und Stahl für eine Gemeinde auf der Durchreise. Ein Irrweg führt uns in die Vorbereitungen einer Abendgala auf dem Flughafen-gelände. Wir sind uns einig: Gut, dass wir da nicht hinmüssen!

Unsere Begegnungen werden nicht alle einfach werden. Der Zustand des Krankenhauses Balige soll schwierig sein. Der Wetzlarer Förderverein denkt wegen Qualitätsmängeln an die Kündigung der Unterstützung. Fragen zum Umgang mit den Waisenkindern und zur Seelsorge im Krankenhaus beschäftigen uns.

Ein freundlicher Fraport-Mitarbeiter lotst uns zum Check-In. Wir werden die Koffer problemlos los (wohl doch nicht zu schwer). Das Handgepäck wird akzeptiert (wohl doch nicht zu groß), Gepäckanhänger in Schönschrift ausgefüllt. Wir schlendern über das Flughafengelände, wollen den Skytrain nehmen, der die Terminals verbindet. Atemberaubend ist die Fahrt nicht, erinnert eher an die Einschienenbahn im Phantasialand, nur dass sich die Computerstimme wesentlich euphorischer dafür bedankt, dass wir jetzt einge-stiegen sind und den großartigen Flughafen Frankfurt als Abflugsort erwählt hätten. Wir steigen aus.

P1040385Hinter der Passkontrolle passieren wir die Gebetsräume der Weltreligionen, die West- und die Ostkirche haben jeweils einen eigenen, der nach der Glaubens-tradition gestaltet ist. In der 1. Kor. 12 (viele Glieder - ein Leib) gewidmeten Kapelle hält Almuth mit uns eine kurze Andacht und entzündet eine Kerze. Die Sicherheits-kontrolle beraubt Reinhard einiger Cremetiegel, die wider Erwarten als Flüssigkeit eingestuft werden. Das wird er denen, die ihn um den Transport baten, erklären müssen. In der Wartezone treffen wir die Delegation des Kirchenkreises Krefeld, die mit fünf Personen zum Jubiläum nach Tarutung reisen. Der Kirchenkreis hat sogar seine Pressereferentin mitgeschickt, die pressetaugliche Beiträge in Ton und Bild mitbringen soll. Wir treffen auf erfahrene Partnerschaftsvertreterinnen und –vertreter, die die lange Reise gelassen angehen.

Weil wir nicht gemeinsam gebucht haben, sitze ich auch nicht bei Almuth und Reinhard. So kann er sie einführen in die Zuständigkeiten der Personen, die wir in den ersten Tagen treffen werden. Außerdem müssen für den Gottesdienst in Balige passende Worte gefunden werden. Hier wird Almuth predigen, wie sie auch schon ein Grußwort an die Partner vorausgesandt hat. Damit will sie sich während des Fluges beschäftigen. Ich lese leise den Bibeltext Kol 2, 6-7 in indonesischer Sprache nach den Ausspracheregeln, die Dr. Elke Sippel uns mit auf den Weg gegeben hat. Der Herr neben mir guckt mich an – offensichtlich habe ich nicht ganz so leise gelesen. Malaysian Airways lässt uns sicher nicht verhungern. Immer wieder werden Speisen gereicht, Süßigkeiten angeboten. Man kommt gar nicht zum Schlafen. Also beschäftige ich mich mit dem Buch, das schon so lange angefangen werden wollte – oder sollte es doch Captain Jack Sparrow im BordTV sein? Alles klar, soweit? Die Entfernung zum Ziel wird immer wieder angegeben. Mit längerer Flugzeit schrumpft die Distanz. Nach dem Frühstück stellt sich die in bunte Seide gekleidete Crew schon auf das Landemanöver ein. Die Boing 777 setzt sanft auf. Nach fast 12 Stunden Flug landen wir in Kuala Lumpur.

DSC05392Muslime, Sikhs, Hindus, Touristen, Partnerschaftsdelegationen bevölkern am frühen Morgen (vor 7h Ortszeit) den Flughafen K. L., der genauso aussieht wie alle Flughäfen. Offensichtlich muss es irgendwo einen Baukasten geben, aus dem man sich Flughäfen zusammensortieren kann. Die Grenzpolizisten sind in eine blau-graue Phantasieuniform gekleidet. Die Haare der weiblichen Polizisten sind verhüllt. Gehört das zur Uniform oder zur Religion?

Reisetagebuch, Tag 2: Donnerstag, 29.9.2011

(Text und Fotos von Pfr. Stefan Jansen-Haß, Brühl)

Wir warten auf den Weiterflug nach Medan. Viel geschlafen hat keiner von uns. Dafür haben wir begonnen, uns die Familienfotos zu zeigen, die wir auf Anregung der VEM mitgebracht haben. Dann wird der Flug aufgerufen und wir starten zu dem einstündigen Transfer, der uns nach Nord-Sumatra bringen soll. Schon aus der Luft fallen die vielen großflächigen Ölplantagen mit angelegten Entwäs-serungssystemen im Bereich von Medan auf, als das Flugzeug der Malaysian Airways in einer engen Kurve auf den Flughafen Polonia einschwenkt. Die Türen öffnen sich, wir gehen über das Rollfeld und sind angekommen. Die tropische Hitze trifft uns nicht so stark wie mir erzählt wurde, raubt schon gar nicht den Atem. Trotzdem ahnt man, dass das Klima hier den Takt geben wird. Im Flughafengebäude müssen ein Monatsvisum gegen Zahlung von 20,-  € beantragt und etliche wichtig aussehende Stempel auf Landekarte und Reisepass gedrückt werden. Ein Foto und Fingerabdrücke werden registriert.

DSC05399Die Koffer sind schon da, und zwar alle. Die Gruppe des Partnerschaftsausschusses aus Krefeld-Viersen hatte weniger Glück. Hier ist ein Koffer in Kuala Lumpur geblieben. Almuth öffnet ihr Gepäck, um der Betroffenen für den nächsten Tag auszuhelfen. Kofferträger haben das Gepäck auf Kofferkulis gehoben und schieben sie durch den Zoll. Bekannte Gesichter warten. Reinhard Radloff wird als erster entdeckt, weil er schon bekannt ist. Saidi Tambunan, langjähriger Verwaltungsleiter des Krankenhauses Balige und Vorsitzender des Partnerschafts-Ausschusses dort ist uns allen von seinen Besuchen im Kirchenkreis Köln-Süd bekannt. Pfarrerin Marudur Siahaan ist die im August neu installierte Sekretärin der HKBP Partnerschaftsarbeit. Sie ist gekommen, um alle Gäste aus dem Rheinland willkommen zu heißen, also auch die Krefelder Delegation. Selamat Datang! – Herzlich Willkommen!

Tigur Sitorus, ein Student aus Medan, wird uns nach Balige begleiten: Wenn wir schon nicht in Medan bei ihm bleiben können, dann begleitet er uns eben. Tigur studiert Informatik in Medan und finanziert sein Studium durch Verwaltungsarbeit in einem großen christlichen Krankenhaus. Zwei Fahrer und zwei Autos aus dem Krankenhaus Balige hat Saidi organisiert, das Gepäck wird dorthin gerollt. Wir steuern ein Café an. Eine Tasse Tee oder Kaffee mutet überhaupt nicht merkwürdig an trotz der aufsteigenden Hitze. Das Problem könnten eher die vielen Klimaanlagen sein, die den Unterschied so deutlich spüren lassen! Das Gespräch fällt nicht ganz leicht. Man muss sich in die Sprechweise des Gegenübers einhören, das eigene Englisch aber auch selbst erst wieder geschmeidig werden lassen. Almuth bedankt sich elegant auf Indonesisch. Reinhard hat sich einige zehntausend Rupiahs verschafft, die Träger werden entlohnt, die Koffer in dem Kleinbus des Krankenhauses verstaut. Unsere erste Station ist eine Wechselstube für jetzt größere Bargeldsummen und ein Kiosk zum Kauf einer Telefonkarte, die Tigur geschickt in mein Mobiltelefon einsetzt und anmeldet. Dann geht es weiter zur Theolo-gischen Hochschule der HKBP nach Pematang Siantar.

DSC05407Wir sind uns einig: Wer in Indonesien Auto fährt, muss sofort aufhören wie ein Europäer zu denken oder besser gar nicht erst damit anfangen. Es wird überall mehrspurig gefahren, ständig kommen Moped-Rikschas und Lieferwagen auf der eigenen Fahrspur entgegen. Dass in Indonesien Linksverkehr herrscht, bemerke ich erst später. Das Wichtigste am Fahrzeug ist die Hupe, als Sicherheitsabstand reicht ein Blatt Papier. Uns wird angst und bange. Almuth will nicht immer vorne sitzen. Hupen, Überholen, einem Huhn ausweichen in Sekunden-Bruchteilen. Alle scheinen trotzdem zu wissen, wie es läuft. Alle, außer uns. Am Straßenrand spielen Kinder. Ganze Familien sitzen auf einem Moped. Nur ein Teil von ihnen trägt einen Helm. So ist das halt in Asien, und alle sind glücklich? Nein, so exotisch-romantisch ist es überhaupt nicht. Reverend Viktor, Dozent an der Theologischen Hochschule, erzählt uns später in der Sekolah Tinggi Theologia (STT), dass auf den Straßen immer etwas passiert: In der Kleinstadt Siantar kommt es täglich mindestens zu einem schweren Unfall. Zweimal begegnet uns mit lauter Sirene ein Krankenwagen. Wir sehen auch starke Polizeipräsenz auf der Straße

Die Sekolah Tinggi Theologia HKBP bildet Pfarrerinnen und Pfarrer aus, bietet aber auch vier weitere Ausbildungsgänge im Horizont der Gemeindearbeit an. 25% der Studierenden sind Frauen. Aus Sumatra und anderen Teilen Indonesiens kommen Studierende der Evang. Theologie hierher zur Ausbildung und bleiben die gesamte Studienzeit. Ein Wechsel des Studienortes ist nicht üblich, höchstens als Stipendiat im Ausland. 90% der Studierenden wohnen in Dormitories auf dem Campus. 21 Dozentinnen und Dozenten in Vollzeit, dazu einige Teilzeitkräfte lehren an der STT. Immer wieder sind Gastdozenten aus Deutschland da. 400 Bewerbungen gehen pro Semester ein, 80 Studienplätze werden in einem Auswahlverfahren mit persönlichem Vorstellungsgespräch vergeben. Wer einen Studienplatz bekommen hat, kann sich des Stolzes der Familie sicher sein. Zweimal täglich wird in der Campus-Kirche Gottesdienst gefeiert, es nehmen etwa 200 Personen teil. Zurzeit wird diskutiert, ob die Abendmahlsgottesdienste nicht häufiger in der STT gefeiert werden müssten. Einige lehnen das ganz ab. Eine Schule sei doch keine Gemeinde!

DSC05406Zu einem Mittagessen mit Vertreterinnen und Vertretern der Hochschule in Siantar sind wir eingeladen. Reinhard kennt die Gastgeber und stellt für uns eine Liste zusammen:  Rev. Viktor Tinambunan, stellvertr. Dekan der STT und Dozent für Praktische Theologien mit seinre Ehefrau L. Pangaribuan; Rev. Sikphom Sihombing, Abt.-Leiter Finanzen und Dozent für Kirchen-geschichte; Erlina Mantasia Siahaan, Frau des Dekans Darwin Lumbantobing in Vertretung ihres Ehemannes; Rev. Budiman Sinormata, Dozent an STT; Rev. Dr. Fritz Siohombing (der in Wuppertal promoviert hat) war eingeladen, ist aber nicht gekommen; Diakonisse Rusmaniaty Gultom, zurzeit für den Lutherischen Weltbund und andere NGOs (Nicht-Regierungs-Organisationen) in einem Projekt zur HIV-Prävention in Siantar tätig.

Vor dem Eingang zum STT treffen wir dann den Studenten Gilbert Purba und andere Freunde von Reinhard, mit denen er zusammenkommen wollte, während Almuth und ich die Hochschule besichtigen.

Reverend Viktor führt uns über das Gelände der Hochschule zur Bibliothek, der Kapelle, der Mensa und den Wohnbereichen der Studierenden. Die Geschlechter haben getrennte Trakte, Liebesbeziehungen unter Studierenden werden während der Studienzeit nicht geduldet. Es kommen aber schon einmal verheiratete Paare  gemeinsam an die Hochschule. Die Bibliothek ist spärlich ausgestattet. Vielleicht hätte ich statt der vielen Penatencreme ein paar Bände ÖTK (Ökumenischer Taschenbuchkommentar) mitbringen sollen? Aber nur sehr wenige Studierende würden mit der deutschen Sprache zurechtkommen. Schon der Missionar Nommensen hatte Wert darauf gelegt, dass die Bataker ihre eigene Kirche mit ihrer eigenen Sprache gründen sollten. Eine Kolonialkirche sollte es gerade nicht sein. Theologische Literatur muss also in indonesischer oder englischer Sprache vorliegen. Gerade hat die Regierung  zum ersten Mal den Ankauf von Lehrmaterial ermöglicht, doppelt so viel wie beantragt. Über die Hintergründe der merkwürdigen Lieferung weiß Viktor aber nichts. An die Wand eines Wohnheimtraktes wurde das einzige Grafitto aufgesprüht, das ich in Indonesien gesehen habe: Die Buchstaben HKBP in unschuldigem Weiß. Hoffentlich hat der Künstler keinen Ärger bekommen!

DSC05423Wir treffen uns wieder auf eine Tasse süßen Kaffee oder weißen Tee (heißes Wasser) im Besucherzimmer der Hochschule, Reinhart Joseph, Schüler an der nahe gelegenen Technical School, hat seine Gitarre geholt, es werden bekannte Lieder und Taizé-Gesänge in Deutsch, Englisch und Indonesisch gesungen, E-Mail-Adressen werden ausgetauscht. Wir tragen uns in das Besucherbuch der Hochschule ein und tauschen Gastgeschenke aus.

Noch einmal zwei Stunden Fahrt bis Balige, vorbei an rechtwinklig gepflanzten Ölpalmen und Carrick-Bäumen. Die Straßen um den Toba-See sind so schlecht, dass man nicht rasen kann. Sie wirken auf uns wie ein Mittel zur Verkehrs-beruhigung. Wir fahren ins Hochland hinauf. Hatten wir bis Siantar immer wieder neu gebaute prächtige Moscheen und islamische Gebetsräume an der Hauptstraße gesehen, hört das im Batakland auf. Die Bebauung wird ärmlicher, traditionell auf Pfählen errichtete Holzbauten, manche in der bekannten Form der Batak-Häuser aus dem Indonesienreiseprospekt, mit geschwungenem Dach und Spitzgiebeln, sind zu sehen. Das Dach aus Palmwedeln wurde durch jetzt rostiges Wellblech ersetzt, effizient und dicht. Beeindruckende Berge umgeben den Toba-See. Die Straße wird zum See hin gesäumt von Ausflugslokalen, von denen man eine wunderbare Aussicht über die Wasserfläche und die umgebenden Berge hat. Ein Schild weist auf die Affen hin, die sich tatsächlich in Horden an der Straße entlang des Sees aufhalten und betteln. Im Tal geht ein Junge mit zwei Wasserbüffeln spazieren. Ein Wasserbüffel ist hier ein großer Reichtum und ein Statussymbol in der Reiskammer Sumatras. 12 Millionen Rupiahs, also etwa 1000 Euro, werden für solch ein Tier verlangt. Was ist ein Ferrari vor dem Haus gegen einen Wasserbüffel im Vorgarten? frage ich mich.

DSC05436Wir erreichen das Hotel Ompu Herti in Balige, direkt am Tobasee gelegen. Viel Zeit zum Duschen und Auspacken ist nicht, denn zum Abendessen sind wir von einer Gesandtschaft aus dem Krankenhaus Balige im Hotelrestaurant eingeladen. Neben Saidi und Tigur treffen wir Dr. Tihar Hasibuan, leitender Arzt am Krankenhaus, Dr. Irwan Wirya, 20 Jahre am Krankenhaus tätiggewesen und nun Allgemeinmediziner in Balige, Schwester Sitiawan Hutahaean, Diakonisse im Mutterhaus Balige, Organisatorin eines Dorfkinder-gartens und Empfängerin der Penatencreme, sowie die Krankenhauspfarrerin Pendeta Roida Gultom im Hotelrestaurant am See. Das offizielle Gespräch, das für den kommenden Vormittag angesetzt ist, soll vorbereitet werden. Die wichtigen Punkte der Tagesordnung werden benannt. Es wird um die allgemeine Situation des Krankenhauses und die Anfragen nach Fortsetzung der Waisenfürsorge und die Seelsorge an den Kranken gehen. Wir sind müde und dürfen uns bald nach dem Essen verabschieden. Auch hier werden wir beschenkt und geben ab, was wir mitgebracht haben.

Ich habe mit Almuth das Zimmer getauscht, weil sie glaubte, dieses wäre ihr zu laut. Hat sie von der Karaoke-Bar auf der anderen Straßenseite gewusst? Ich will sie morgen fragen. Ich nutze die Nachtstunden, um das Reisetagebuch zu aktualisieren. Die Bataker können wirklich schön singen. Schön und laut. Es wird seinen Grund haben, dass Elke Sippel uns diesen Satz auf Indonesisch beibringen wollte: Orang Batak nyanyi bagus sekali. - „Die Batak können sehr schön singen."

Dieser Bericht wird fortgesetzt in ca. einer Woche

Tageslosung 19.01.2018
Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.

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