Verwaltungsgebäude, Andreaskirchplatz 1 in Brühl-Vochem 02232/15101-0

Seitenansicht des Verwaltungsgebäudes in Brühl-Vochem, Andreaskirchplatz

(Bericht und Fotos: Rita und Reinhard Radloff, Erftstadt) 

Montag 5.8.  Abschied in Balige, Fahrt nach Pangururan/Samosir

In der Morgenandacht am Krankenhaus Balige werden Ernita Siagian und wir verabschiedet. Ernita wird nach 18 Monaten Mitarbeit am Krankenhaus zurück nach Jakarta fliegen und dort in der Verwaltung einer größeren Klinik beginnen. Wir wollen die westliche Seite des Tobasees erkunden. Ein Fahrer des Krankenhauses bringt uns nach Pangururan. Unterwegs rasch fahren wir an Reisfeldern und Wäldern vorbei. Herrliche Landschaft aber auch abgebrannte und von Erosion bedrohte Regionen, die uns nachdenklich machen. Weite Bereiche sind schon vor Jahren abgeholzt und in der Papierfabrik Indorayon bei Laguboti verarbeitet worden. Jetzt sind sie aufgeforstet mit Eukalyptusbäumen, die schnell wachsen, um dann wieder abgeholzt zu werden.

Vom Aussichtsturm bei Tele in 1.800 m Höhe können wir auf Teile des Tobasees (900 m hoch) und Pangururan blicken. In Serpentinen geht’s hinunter zum See, durch kleine Dörfer und in die Bezirksstadt. Unterwegs sehen wir, dass alte Bergrutsche beseitigt wurden. In der nächsten Regenzeit (ab Oktober) wird die Straße wohl wieder in Teilen verschüttet werden. Gut dass wir in der Trockenzeit unterwegs sind. -   Wir werden freudig begrüßt von Praeses Deborah Sinaga, der bisher einzigen Superintendentin der HKBP-Kirche. Als frühere Partnerschaftssekretärin ist sie uns lieb und wertvoll. Sie weiß, womit sie uns eine Freude machen kann: Fisch, Möhren, Ananas, Tomaten zum Mittagessen. Ihre beiden kleinen Töchter kommen schüchtern dazu. Danach bringt Deborah uns zum Strandhotel Saulina, außerhalb der Stadt, nahe der Thermalquellen „Hot Spring“, mit herrlichem Blick über den riesigen Tobasee.

Dienstag 6.8.  Sightseeing auf Samosir

Ein älterer Kirchenmitarbeiter von Deborah holt uns zu einer Landpartie ab. Er spricht kein Englisch, aber Tigor, der uns in diesen Tagen begleitet, übersetzt alles Wichtige. Der Weg führt uns durch Dörfer mit ursprünglichen Batakhäusern, mit Hühnern und Schweinchen, hinauf zum heiligen Berg Pusik Buhit. Die Straße ist holperig und schmal, bietet aber herrliche Ausblicke auf fruchtbare Täler mit Reisfeldern und kleinen Weilern. Oben angelangt besuchen wir eine Kultstätte, deren Figurengruppen und Tiere aus Stein/Beton an alte Mythen der Bataker erinnern. Ein großer Kultstein mit eingemeißelten Opferschalen zeigt uns, dass der vorchristliche Glaube noch praktiziert wird. Spuren von aufgeschlagenen Eiern, Reis und anderen Speiseopfern sind zu erkennen.

Auf dem Rückweg werden uns sieben heilige Quellen gezeigt, die in weiblichen Figuren gefasst sind und praktischerweise zum Wäsche- und Geschirrwaschen genutzt werden. Auch hier sind noch alte Opfersteine zu erkennen.

Weiter fahren wir auf die Hochfläche der Insel Samosir, nach Sidihoni, einem kleinen Ort mit See, der von der Ethnologin Christine Schreiber erforscht wurde (Sidihoni: Perle im Herzen Sumatras I. Stationen und Bilder einer Feldforschung. Von Leben und Bestattung, Tradition und Moderne bei den Toba-Batak). -  Zurück im Hotel erleben wir die Ankunft einer großen Familiengruppe aus Medan, die hier am See eine Gemeindefreizeit durchführen. Die charismatische Bethel-Gemeinde bestimmt nun die Atmosphäre des Hotels mit Gesängen und Andachten. Wir erfreuen uns an der Gemeinschaft.

Am Spätnachmittag machen wir einen Ausflug mit Praeses Deborah zum Sandstrand Pasir Putih, nördlich von Pangururan. Ein Ort für Wassersport mit einheimischen Touristen, Cafe-Buden, vielen Booten und schönen Wellen, wie am Indischen Ozean, aber am Süßwasser des riesigen Tobasees gelegen.

 Mittwoch, 7.8.  Fahrt Pangururan – Parapat – Balige – Tarutung

Deborahs Fahrer bringt Tigor und uns über die Insel Samosir nach Tomok an der Ostseite, wo um 10 Uhr die erste Autofähre des Tages nach Parapat ablegt. Nach dem Ticket-Kauf haben wir noch etwas Zeit, durch den Ort Tomok zu bummeln. Buntes Treiben auf dem Straßen-Markt. Obst, Trockenfisch, Souvenirs für Touristen. Uns interessieren aber mehr das alte Batakdorf und die evangelische Kirche.

Auf dem Fährschiff lernen wir Inlands-Touristen von der Insel Sulawesi/Celebes kennen, zwei katholisch-chinesische Frauen, die gut Englisch sprechen. Sie laden uns nach Sulawesi ein, nur drei Flugstunden entfernt… Vielleicht bei einem nächsten Besuch in Indonesien? -  Gegen 13 Uhr kommen wir in Balige an. Wir treffen Saidi Tambunan zum Essen beim Chinesen. Tigor bleibt in Balige und wir fahren weiter nach Tarutung, unserem nächsten Arbeitseinsatz beim Kirchenkreis (KK) Silindung. Im Zentrum der Kirchenleitung, in Pearaja, wo auch der Kirchenkreis sein Büro hat, sind zwei schöne große Zimmer im Gästehaus (Pasanggrahan) für uns reserviert. Das ist sehr praktisch, weil viele Mitarbeiter der Kirchenleitung und des Kirchenkreises in der Nähe wohnen. So werden wir in den nächsten Tagen viel Besuch haben. Bei jedem Frühstück und Abendessen, wenn wir im Gästehaus sind, kommen immer ein paar Freunde, Diakonissen, Mitarbeiter dazu.

Sobald es sich rumspricht dass Mr. Radloff oder „ Bapak Radlop“ (so wird Reinhard hier meistens genannt) angekommen ist, kommen der neue Oberkirchenrat Pfr. Welman Tampubolon (er war vor einigen Jahren Superintendent im KK Silindung), Thomson Sinaga mit seiner Frau Florida (Sekretärin des Superintendenten), Diakonisse Maida (die wir schon von früheren Besuchen gut kennen, sie war auch schon in Deutschland) und andere zur Begrüßung.

Der jetzige Superintendent, Praeses Kardi Simanjuntak lädt uns zum Kennenlernen und zum Tee in sein Haus ein, nur 2 Minuten entfernt. Er versteht zwar Englisch, spricht es aber nur wenig. Reinhards Indonesisch reicht leider nur zum Verstehen, aber nicht zum richtigen Kommunizieren. Mit Übersetzern können wir uns aber austauschen, welche Themen und Besuche in den nächsten Tagen am wichtigsten sind. Praeses Kardi ist sehr interessiert an der Partnerschaftsarbeit. Als Pfarrer hat er nebenberuflich auch am Diakonen-Seminar (für Teacher-Preacher) in Sipoholon und an der Diakonissenschule in Balige unterrichtet.

Als wir uns im Gästehaus etwas ausruhen wollen, tauchen Benny Hutahaean (mit dem wir die spätere Fahrt ins islamische Gebiet von Westsumatra machen wollen) und sein Gemeindepfarrer Frendi Lumbantobingaus Onan Runggu sowie dessen Frau auf, die uns schon mal kennen lernen wollen. Dank Benny’s gutem Englisch eine gute Verständigung.

Zum Abendessen hat Praeses Kardi uns und eine Reihe von kirchlichen Mitarbeitern in den Speiseraum des Gästehauses eingeladen, u. a. Pfarrerin Merry, die jetzt die Kirchen-Partnerschaften in der HKBP koordiniert. Sie hat in Hong Kong studiert und spricht sehr gut Englisch. Praeses Kardi beschließt den Abend mit einem langen Gebet, leider auf Indonesisch. Wir erahnen, dass er für unsere Lieben in Deutschland betet und für gesegnete gemeinsame Tage hier im KK Silindung.

 

Donnerstag, 8.8.  Besuche in Tarutung und Besichtigung von ausgeführten Projekten

Nach einem deutsch-indonesischen Frühstück mit Nasi Goreng, Toastbrot und Kaffee, kommt der Generalsekretär der HKBP, Pfr. Mori Sihombing, mit zwei anderen Pfarrern um uns zu begrüßen.

Kleiner Austausch, dann fahren wir zu dem uns gut bekannten Kindergarten „Unterm Regebogen – Pelangi Kasih“ der alten Diakonisse Bonaria Hutabarat. Für uns ein vertrauter Ort, wir freuen uns sehr, Bonaria und ihren privaten Kindergarten wieder zu sehen. Sie scheint nicht älter zu werden, obwohl sie schon 85 Jahre alt ist, vor über 60 Jahren ihre Ausbildung zur Diakonisse in Kaiserswerth begonnen hatte. Nebenbei kümmert sie sich um ihre ältere Schwester, 89 Jahre alt, die im Nebenzimmer im Bett liegt. Eine weitere alte Dame gesellt sich dazu und ein junger Mann, Reinhard Josep, der die Damen jetzt betreut. Er ist ein Waisenkind aus dem Krankenhaus Balige, ihn hat Bonaria vor 16 Jahren adoptiert. Wir bekommen leckeres Obst, Kuchen, Kaffee, Pudding… wir werden verwöhnt. Bonaria weiß gut, was Deutschen schmeckt! Zum Schluss spielt der „kleine“ Reinhard auf der Gitarre und wir singen gemeinsam bekannte Lieder, z. B. aus Taizé.

Um 10 Uhr Weiterfahrt zum Dorf Situmeang Hasundutan im Gebiet von Sipoholon im Silindungtal. Der Partnerschaftsausschuss BPM unter Leitung von Martogi Sitorus stellt uns ein vor Kurzem fertig gestelltes Wasserversorgungs-Projekt vor. Dorfbewohner scharen sich um uns. Auf einer Terrasse nehmen wir Platz. Es folgen Dankesreden und eine Vorstellung der Kirchenpartnerschaft Köln-Süd/Silindung. -  Die Dankbarkeit der vielen Leute, das Händeschütteln, die Bewirtung mit Reissnacks in Bananenblättern beschämen uns. Nach einer kurzen Rede von Reinhard heißt es: „Wasser marsch!“  Das Wasser läuft aus einem Pumpbrunnen und hochgestelltem Wassertank in Eimer und Behälter. Die direkten Leitungsanschlüsse an die Häuser müssen aber noch gebaut werden.

Nach Mittagessen im Chinarestaurant und kurzer Mittagspause fahren wir weiter zum nächsten Wasserprojekt im Hochland bei Pagar Dolok. Dort wurde kein Brunnen gebohrt sondern ein vorhandener Bach neben dem Reisfeld angezapft und über Betonbecken in Rohrleitungen zum zwei Kilometer entfernten Bauerndorf geleitet. Die Leitung kreuzt auch flache Täler. Wir sind gespannt, ob das Gefälle reicht und Wasser wirklich ankommt. In Pagar Dolok treffen wir wieder dankbare Leute, man sieht ihnen die schwere Feldarbeit an. Sie freuen sich, lachen uns an mit Mündern voller Zahnlücken. Wieder Gespräche und das Angebot eines gemeinsamen Essens. Aber Pfarrerin Sondang drängt zum Aufbruch, das  Essen wird uns in zwei Töpfen mitgegeben. So brauchen wir die Gaben nicht abzulehnen.

Wieder eine Stunde Rückfahrt, wir kommen aber rechtzeitig zum Abendessen bei Oberkirchenrat Welman und seiner Frau Betty. Beide sind langjährige Freunde von uns, sie haben auch einige der Silindung-Mitarbeiter eingeladen. Gute Gespräche bei schönem Essen. Keine Chance zum Abnehmen.... Der Tag war voll, nachts schlafen wir gut.

Freitag, 9.8.:   Schwimmen im Sodawasser, Besprechungen mit dem BPM-Ausschuss

Für 6.15 Uhr haben wir uns mit Maida und Merry zum Joggen verabredet. Wir laufen los durch zwei Dörfer unterhalb des Kirchen-Campus von Peraja in Richtung „Air Soda“. Aber unsere jungen Begleiterinnen sind das Laufen nicht gewohnt, also marschieren wir mit ihnen Richtung Wasser. Air Sodaist ein großer natürlicher Wirlpool am Rand eines Reisfeldes. Durch Untergrund-Vulkanismus angenehm warmes Wasser mit viel Kohlendioxyd und säuerlichem Geschmack, herrlich!

Nach dem Frühstück treffen wir uns mit dem BPM/Partnerschaftsausschuss im KK Silindung. Mehrere Pfarrer und Laien, auch der neue Superintendent Kardi Simanjuntak ist aktiv dabei. Listen der durchgeführten und noch für 2013 geplanten Projekte werden uns vorgelegt. Später sollen wir auch schon Vorschläge für 2014 bekommen. Der Vorsitzende Martogi Sitorus hat alles gut vorbereitet, sein Stellvertreter Nelson Siahaan erklärt uns vieles. Pastorin Sondang Simandjuntak ist neu dabei, spricht etwas Englisch und macht einen sehr patenten Eindruck. Vielleicht können wir mit ihr den spirituellen Austausch verbessern? Reinhard übergibt die Partnerschaftskerze des KK Köln-Süd, den jede Gemeinde bei uns zu Advent und Weihnachten 2012 bekommen hat, als kleines Präsent für unsere Partner.

Wir drängen auch auf Verbesserung der Kommunikation zwischen den Partnerschafts-Ausschüssen in Köln-Süd und Silindung. Nelson bietet an, beim E-Mail-Austausch mitzuhelfen. Das ist ein Hauptanliegen unseres jetzigen Besuchs.

Gegen 11 Uhr beginnt ein großes Treffen mit den Schülern, Studenten und deren Eltern, die zum Teil schon seit Jahren in Paten-Verbindung mit deutschen Familien in Köln-Süd stehen. Diakonisse Florida hat die Schüler-/Studentenlisten und Umschläge mit Geldbeträgen vorbereitet. Wir sind heute Ehrengäste und dürfen den 19 Schülern und 14 Studenten die Umschläge mit freundlichen Worten übergeben. Nelson appelliert an die Schüler und Studenten, im Studium fleißig zu sein und halbjährlich den Nachweis für ihre Leistungen vorzulegen. Ansonsten müsse das Stipendium anderen zugutekommen, die erfolgreicher sind….

Schließlich halten noch ein Schüler und zwei Studenten Vorträge auf Englisch. Sie sind die Gewinner eines English Preaching Competition den der KK Silindung vor einer Woche mit zahlreichen Schülern und Studenten durchgeführt hat. Eine gute Form die Schüler zu aktivem Englisch zu motivieren. Gleichzeitig setzten sie sich mit biblischen Texten auseinander, über die sie dann „predigten“. Können wir uns so etwas noch in Deutschland vorstellen??

Mit gemeinsamem Mittagessen wird der Vormittag beschlossen. Unter den Schülern fielen uns einige auf, deren Bilder wir schon seit einigen Jahren kennen. Manche bekommen seit 10 Jahren finanzielle Unterstützung und sind jetzt mit der Schule erfolgreich fertig geworden. Alles sehr nette, meist schüchterne Schüler und Jugendliche. Natürlich gibt es wieder eine Foto-Session mit Schülern, Eltern und Studenten. Manche wollen unbedingt alleine mit uns aufs Bild. Zum Schluss Spalier stehen und Hände schütteln. Die leuchtenden, dankbaren Augen von Jung und Alt rühren uns.

Nach einer Mittagspause treffen wir uns noch einmal mit dem BPM um über die Pläne für 2014 zu sprechen. Auch über mögliche Besuchsreisen und Einladungen hin und her. Reinhard hält eine kurze Andacht, so wie wir es im Partnerschaftsausschuss PSA oder im Posaunenchor Lechenich machen. Ein gemeinsames Lied und Gebet von Pastorin Sondang.

Samstag 10.8.  Jugendtreffen am Salib Kasih - Gesundheits-Hilfsprogramm

Im „Air Soda“ zu schwimmen war gestern so schön, dass wir heute früh nochmal hinlaufen, bzw. gehen, weil uns heute Sohn Daniel und Tochter Sarah von Pastorin Sondang dorthin begleiten. Bald nach uns kommt eine ganze Gruppe von Männern auf Fahrrädern an, sie  nehmen ihr Bad in dem warmen, weichen Wasser. Reinhard erfährt von ihnen, dass die meisten als Angestellte beim Landratsamt bzw. im örtlichen Krankenhaus arbeiten und einem „Radsportverein“ angehören. Ein neuer Trend zieht langsam ein in Tarutung und im Silindungtal….

Nach dem Frühstück holt uns Martogi ab zu einer Fahrt in das Silindung-Hochland.  Kurvenreiche Fahrt durch Restwälder, entlang von tief eingeschnittenen Tälern, vorbei an kleinen Reisfeldern und Ananas-Plantagen. Das Ziel ist Lobu Hole, ein Dorf, in dem das gemeinsame Gesundheits-Hilfsprogramm von KK Silindung und Krankenhaus Balige diesmal stattfindet, eines unserer Partnerschaftsprojekte. Ein Team von zwei Ärzten, Krankenschwestern und –pflegern leistet in der HKBP-Kirche kostenlose Krankenhilfe und führt Untersuchungen durch. Ein großes Transparent zeigt an, dass die Maßnahme unterstützt wird von den Partnerschaftskreisen.

 

 

In der Kirche gibt es zu Anfang eine Andacht mit Ansprache von Praeses Kardi Simanjuntak. Auch Reinhard soll eine Stehgreif-Ansprache halten, das sind wir inzwischen gewohnt. Wieder gibt es Photo-Sessions und viele Hände zu schütteln. Die Patienten registrieren sich, warten auf das Arztgepräch, werden von Pflegern beraten und bekommen Medikamente gegen eine kleine Selbstbeteiligung.

Zwischendurch fahren wir zurück zum Salib Kasih, dem Heiligen Berg überm Silindungtal, wo der Missionar und spätere Batak-Apostel Ingwer Nommensen vor 150 Jahren zum ersten Mal auf das Tal blickte und seine Verheißungen von Gott bekam. Das Salib Kasih (Kreuz der Liebe) überragt die Gottesdienst-Arena auf dem Berg. Wir steigen hinauf, hoffen dort eine andere Besuchergruppe aus Deutschland zu treffen, Pfr. Ralf Streppel mit Jugendlichen aus dem KK Kleve/Niederrhein, die einen Gottesdienst mit vielen Jugendlichen ihres Partners, der GKPI-Kirche hier feiern wollen. Es gibt Verzögerungen, Indonesische „Gummi-Zeit“, wir warten. Schließlich holt uns jemand oben ab, wir gehen wieder an den Fuß des Berges, wo die Jugendlichen mitten im Wald ihren Gottesdienst begonnen haben. Wir freuen uns, so viele Jugendliche, Deutsche und Bataker versammelt zu sehen. Ansprachen, gut bekannte Lieder. Leider müssen wir bald wieder fahren, da wir in Lobu Hole zum Mittagessen erwartet werden.

Mit dem Krankenhausteam essen wir „Saksang“, das traditionelle Gericht aus Schweinefleisch und –blut, mit viel weißem Reis und etwas Gemüse für uns. Danach wieder großes Fotografieren, alle wollen uns „Langnasen“  zusammen mit Kindern, Familien etc. auf ihre Kameras oder Handys bannen. Auf der Rückfahrt nach Tarutung folgt noch eine Baum-Pflanzaktion. Vorbereitete Pflanzlöcher helfen beim schnellen Einpflanzen der Mandarinen-Bäumchen. Drei Landarbeiterinnen mit großen Hacken bearbeiten das Feld und lachen uns fröhlich an.

Gegen 15.30 Uhr sind wir zurück im Gästehaus und genießen die Samstagsruhe, bevor es zum Dinner ins Haus des Praeses/Superintendenten geht. Ein großes Treffen mit Pfarrern und Ehefrauen aus dem Kirchenkreis. Nach dem Essen wird gesungen, auch wir sollen ein oder zwei deutsche Lieder vorsingen, in die man gerne mit einfällt. Zwei Ehren-Ulosse werden uns umgehängt, einer vom Partnerschaftsausschuss BPM, einer von der Familie des Superintendenten.

 

Sonntag 11.8.   Festgottesdienst in Hutabarat, Radiostation der HKBP-Kirche

Früh am Sonntagmorgen brechen wir auf zum Kindergottesdienst in der Gemeinde Palmarum, Tarutung. Schon von Draußen hören wir lautes Singen mit Schlagzeug und Keyboard. Rita wird um eine Ansprache gebeten, das klappt sogar auf Englisch. Nelson übersetzt. Mit dem Lied „I’ve got peace like a river …“ verabschieden wir uns und gehen nebenan zur neuen Gemeindebibliothek, auch ein gemeinsames Projekt unserer Kirchenkreise.  Wir staunen, dass Martogi seine Pläne für eine Jugend- und Gemeindebibliothek so kompetent umgesetzt hat. Einige hundert Bücher, viele in Englisch und verschiedenen Fachgebieten, füllen die Regale, gut sortiert und nummeriert. Wir schauen uns auch die Entleih-Listen an.

Weiter geht’s zur Einweihung der renovierten Kirche im Dorf Hutabarat/… , wo gleichzeitig das 135-jährige Jubiläum dieser Gemeinde gefeiert wird.  Die mit uns befreundete Diakonisse Bonaria (siehe oben, 8.8. Kindergarten Hutabarat) war auch für diese Renovierung der treibende Motor. Sie hatte viele Spendengelder gesammelt und ausdauernd den Umbau voran getrieben. Gottesdienst und Feiern dauerten einige Stunden, viele schöne Chöre, Ansprachen, Versteigerung, gemeinsames Mittagessen. Zum Abschluss werden an die Ehrengäste Ulosse überreicht.

Am späten Nachmittag besuchen wir noch die kirchliche Radiostation „Bonapit FM“ in Pearaja. Die Redakteure freuen sich, und wir sehen mal ein Studio von innen.

Abends erhalten wir überraschenden Besuch von Harlin, einem gut Englisch-sprechenden 13-jährigen Schüler. Er war einer der Gewinner des English Competition (siehe oben). Im Gottesdienst Hutabarat trafen wir ihn, seine Mutter und Schwester Beatrix heute Mittag. Jetzt kommt er mit einem großen Kuchen und seinem Vater vorbei, einem pensionierten Religionslehrer. Im Gespräch stellt sich heraus, dass er vor Jahren in Sr. Bonarias Kindergarten seine ersten Anregungen erhielt. Wahrscheinlich haben wir Harlin schon vor Jahren dort gesehen. Den Kuchen lassen wir uns in den nächsten Tagen auf der langen Fahrt nach Westsumatra gut schmecken.  

 

 

( Fortsetzung folgt, die dritte Woche unserer Reise - Bittte etwas Geduld! )

 

 

 

Tageslosung 19.01.2018
Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.

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