Verwaltungsgebäude, Andreaskirchplatz 1 in Brühl-Vochem 02232/15101-0

Seitenansicht des Verwaltungsgebäudes in Brühl-Vochem, Andreaskirchplatz

Kirchenkreis Köln-Süd

Informationen und Mitteilungen aus dem Kirchenkreis
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„Danket dem Herrn, denn er ist freundlich!“ (Psalm 106,1)

1654801rgbDurchschnittlich sagen wir elf Mal am Tag „Danke“.
„Danke, für mein Rückgeld!“, „Danke fürs Türaufhalten!“, „Danke, dass Sie gewartet haben!“, „Danke für die Einladung!“, „Hat es Dir geschmeckt?“ – „Ja, danke...“. Auch Discounter sagen gerne „Danke“ – zumindest steht das auf meinem Kontoauszug. Neben den 37,80 Euro, die dort abgezogen wurden, sagt der Handel „Danke“. „Danke für ihren Einkauf“ und wir dürfen ergänzen: „Kommen Sie bald wieder – und bringen Sie Geld mit!“
Es steht zu befürchten: Die meisten dieser „Danksagungen“ kamen nicht von Herzen, sondern wir haben vielmehr reflexartig reagiert und gesagt, was man halt sagt: „Danke.“ „Danke“ - oft ausgehölt und inhaltslos, verkommen zu einer Floskel, die vom Sender nicht so gemeint und vom Empfänger auch nicht mehr so verstanden wird. Ist das „Danke“- Sagen denn eine Schwäche? Warum tun wir uns damit so schwer? Ist denn alles selbstverständlich? Habe ich denn auf alles immer ein Recht? Steht mir denn alles immer zu?
Das Erntedankfest erinnert:  Es gibt keine Selbstverständlichkeiten – für niemanden und nirgendwo auf der Welt.
Mit dieser Botschaft bricht dieses Fest diametral ein in unsere westliche Welt, in der mittlerweile alles für selbstverständlich gehalten wird: Frieden, Nahrung, Bildung usw. Aber da, wo ich das alles für selbstverständlich halte, da, wo ich aus der Tatsache, dass mir all das zur Verfügung steht, ein nur auf mich bezogenes Recht darauf ableite, da hört das Danken auf und auch die Dankbarkeit: Es regieren Besitzstandswahrung, Neid und Egoismus: Meins! Alles meins!
Vor einiger Zeit warb ein großer Discounter mit diesem Plakat: Auf der einen Seite ein Eisbergsalat in Form eines menschliches Gehirns, auf der anderen Seite der Spruch „Einfach einkaufen. Kein Kopfzerbrechen!“ Aha !? Treten Sie ein und schalten sie Ihr Hirn aus? Denken behindert das Einkaufserlebnis? Es soll mir also kein Kopfzerbrechen bereiten, wie diese billigen Lebensmittel hergestellt wurden? Es soll mir kein Kopfzerbrechen bereiten, ob die Hühner, die für die Eier im Karton verantwortlich sind, auch artgerecht gehalten werden? Es soll mir kein Kopfzerbrechen bereiten, wie man Kleidung derart billig auf den Markt schmeißen kann? Und ob es da nicht vielleicht die ein oder andere Billigproduktionsstätte in Bangladesh oder China gibt, wo Menschen zu katastrophalen Löhnen schuften müssen? Ohne Arbeitsschutz, Sozial- und Krankenversicherung oder Urlaubsanspruch? Das alles soll mir kein Kopfzerbrechen bereiten?
Erntedank erinnert: Im Gegenteil! Natürlich soll der Mensch den Verstand gebrauchen, wenn es um seinen Konsum geht. Die Konzerne können keinen denkenden Verbraucher gebrauchen, das scheint geklärt, aber die Näherin in Bangladesh oder der Kaffeepflücker in Südamerika die sind lebensnotwenig darauf angewiesen, dass die kleinen Preise nicht unseren Verstand vernebeln. Erntedank lässt uns feiern, dass wir durch all unseren Reichtum vom menschenfreundlichen Gott beschenkt sind. Es will uns die Herzen weiten, so dass wir bereit sind zu geben und zu teilen.  Es geht nicht allein darum aus tiefstem Herzen „Danke“ zu sagen, sondern eine Geisteshaltung zu entwickeln, die sich aus Dankbarkeit speist und in menschengerechtem Handeln ihren Ausdruck findet.

Danken und Denken gehen am besten Hand in Hand. Und damit das gelingen kann, hat der Herr uns beides gegeben: Herz und Verstand. DANKE dafür!

Pfarrerin Simone Drensler

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Tageslosung 22.06.2018
Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.

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