Verwaltungsgebäude, Andreaskirchplatz 1 in Brühl-Vochem 02232/15101-0

Seitenansicht des Verwaltungsgebäudes in Brühl-Vochem, Andreaskirchplatz


(von Pfarrerin Debora Purada Sinaga,Superintendentin des HKBP-Kirchenkreises Humbang-Habinsaran)

163157 1729882774571 1463521764 31824189 924106 nIn der ersten Dezemberwoche beginnen in fast allen Kirche, die zur Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Nordtapanuli (die Region in Sumatra, in der unser Partnerkirchenkreis liegt) gehören, die Weihnachtsfeierlichkeiten. Christen aus allen Kirchenkreise, die zu diesem Verwaltungsgebiet gehören, kommen gegen 16.oo Uhr in einem Stadion zusammen und beginnen die Weihnachtsfeier. Jeder Kreis soll dabei seine Kreativität zum Ausdruck bringen, indem er  etwas weihnachtlich Geschmücktes oder Ausgestaltetes mitbringt. Das kann ein Fahrrad sein, ein Motorrad, ein Auto, oder was auch immer. Es gibt einen richtigen Wettbewerb dafür und was am schönsten geschmückt ist, gewinnt einen Preis. Danach wird im Stadion ein Gottesdienst gefeiert und anschließend gibt es verschiedene Aufführungen, wie beispielsweise ein Krippenspiel, weihnachtliches Chorsingen, Pantomime oder ähnliches. Die Weihnachts-feierlichkeiten gehen dann in jedem Kirchenkreis weiter. Hier versammeln sich jetzt Christen aus allen Dörfern an einer zentralen Stelle und das Feiern setzt sich fort.

Während der Weihnachtstage kleiden sich die meisten Leute in weiß. Daher beginnen die Läden schon zwei Monate vorher, Weihnachtskleidung und Weihnachtsbäume zu verkaufen und in jedem Geschäft hört man Weihnachtsmusik im Hintergrund. Die Preise dafür sind recht hoch, aber die Kinder wollen unbedingt neue Sachen und neue Schuhe tragen und für Mädchen soll es dann schon noch ein bisschen was an Accessoires geben, eine Kette vielleicht oder Ohrringe. Auch die Friseurläden und Schönheitssalons haben jetzt Hochkonjunktur, weil alle ihre Frisur besonders attraktiv haben wollen.

Zu Weihnachten selber, vom 24. – 26. Dezember, finden viele Kindertaufenstatt. Die Eltern bringen ihre Kinder in den Gottesdienst und dort werden sie durch den Pastor oder die Pastorin getauft. Auch darum sind an diesen Tagen die Kirchen normalerweise rappelvoll von Gemeindegliedern. Ja, oft müssen zusätzlich Stühle aufgestellt werden, um Menschen, die sonst eher nicht zur Kirche gehen, willkommen zu heißen. Auch aus der Stadt kommen viele an diesen Tagen zurück in die Dörfer, um Weihnachten in ihrer Heimat in schön geschmückten Kirchen zu feiern.
163208 1710734215869 1463521764 31780355 2804775 n

Es gibt im Dezember auch noch andere große Weihnachtsfeiern. So hat jeder Sippen-verband (indon. „marga") seine eigene Feier. Dann kommen alle zusammen, die den gleichen Familiennamen tragen, etwa alle Sinagas oder Lumbantobings. Dort gibt es dann vor den eigentlichen Feiern am späten Abend noch ein gemeinsames Essen. Hierzu bereiten die Organisatoren meist Saksang vor (geschnetzeltes Schweinefleisch in einer Soße, die aus Blut gemacht wird. Vielleicht ein bisschen wie warme, nicht so feste Blutwurst), während die einzelnen Familien Reis mitbringen und sich zum gemeinsamen Verzehr unter einem Mattendach niederlassen. Nach der Mahlzeit folgen einige Reden, in denen man sich zum Beispiel für die Arbeit der anderen bedankt. Später am Abend folgen dann Gottesdienste zusammen mit Kindern und Eltern und hierbei ist „Pajojorhon" sehr beliebt (ein auswendig vorgetragenes Rezitieren von Bibeltexten).

Während der Weihnachtstage ziehen auch die Kinder ab 6 Jahren von Tür zu Tür und singen Weihnachtslieder zur Gitarre oder in Begleitung traditioneller Instrumente. Diese werden hierfür ganz einfach aus Dosen oder Flaschen und Löffeln selber hergestellt und klingen sehr schön. Am Ende bekommen sie dafür vom Hausbesitzer ein wenig Kleingeld. Das macht sie fröhlich, denn wenn sie für 10-15 Häuser gesungen haben, können sie die Münzen kaum noch halten. Ganz glücklich können sie jetzt den einen oder anderen Plan mit „selbst verdientem Geld" realisieren.

Andere Gruppierungen begehen ähnliche Weihnachtsfeierlichkeiten, etwa die Angestellten einer Organisation oder eines Unternehmens. Immer beginnt es mit einem Essen und später folgen dann Gottesdienste.

Die Diakonieabteilung der Kirche hat jetzt auch Hochkonjunktur. Sie unterstützen finanziell Bedürftige, wie Waisen, Witwen, Kranke, besuchen Waisenhäuser und bringen dafür Geschenke mit, besuchen allein wohnende Alte und auch Altersheime. Die Kirche ist der festen Überzeugung, das auch diese Gemeindeglieder nicht vergessen werden dürfen, denn sie gehören auch dazu und verdienen unsere Aufmerksamkeit.

Zur gleichen Zeit denken wir auch ganz besonders an diejenigen, die im Gefängnis sitzen. Der Kirchenkreis Silindung leistet jeden Sonntag Dienst im Gefängnis. Dann können die, die das wollen und noch nicht sind, Katechumenen werden. Ihnen wird Gelegenheit gegeben, sich mit der Bibel, den Zehn Geboten, oder dem Glaubensbekenntnis zu beschäftigen. Erst nach intensiver Beschäftigung von mindestens sechs Monaten können sie den Katechumenenkurs erfolgreich abschließen. Der feierliche Abschluss geschieht dann durch die nächstgelegene Gemeinde.

164324 1729882054553 1463521764 31824186 1860262 n1Am 24.12., also am Heiligen Abend, findet dann auch das Heilige Abendmahl statt (wird in der HKBP sehr selten gefeiert), damit alle sich mit ihren Feinden versöhnen können und sie die Feindschaft nicht in das neue Jahr mit hinein nehmen.

Die Weihnachtsfeierlichkeiten sind auch für die Händler sehr wichtig, weil sie dadurch gute Einkünfte erzielen können.

Kinder der Sonntagsschule, Teenager und junge Leute bekommen auch kleine Geschenke oder beschenken sich gegenseitig. Das bringt sie, neben dem gemeinsamen Gottesdienst, einander näher, sie lernen sich besser kennen und haben Spaß miteinander.

(Übersetzung aus dem Englischen und Erläuterungen: Pfr. Dirk Puder, KK Aachen)

Die folgenden Artikel werden vom Amt für Presse und Kommunikation des Kirchenverbandes Köln zur Verfügung gestellt.

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Tageslosung 19.01.2018
Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.

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