Verwaltungsgebäude, Andreaskirchplatz 1 in Brühl-Vochem 02232/15101-0

Seitenansicht des Verwaltungsgebäudes in Brühl-Vochem, Andreaskirchplatz

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Hephata, die „kleine Schwester“ von Bethel

(Text und Bilder von Sabrina Rbyne Manru, Salatiga/Indonesien. Übersetzt und bearbeitet von Reinhard Radloff, Erftstadt)

Keiner, der die Geburt eines Kindes erwartet, rechnet damit, dass sein Kind "weniger als perfekt", also mit Behinderungen, geboren werden könnte. (Weniger als perfekt oder „unvollkommen“ sind Bezeichnungen, die wir auf Menschen anwenden, die mit Einschränkung geboren wurden. Aber aus Sicht des Schöpfers sind wir doch alle perfekt!) Wir wünschen uns normalerweise "perfekte" Kinder mit einer guten Zukunft. In der Batak-Gesellschaft wird die Behinderung sogar als Fluch oder Folge von Sünde angesehen. Behinderungen werden als beängstigend erfahren. Wird ein Baby geboren, kommt sofort die Frage auf: "Wie ist das Baby?" Die Menschen wollen wissen, ob das Baby gesund ist oder nicht. Damit ist dann eine körperliche und geistige Behinderung gemeint. Wenn das Baby anders als „normal“ geboren wurde, oder sich „unnormal“ entwickelt, werden die Familie und die Gesellschaft vermuten, dass sei eine Folge von Sünden und Fehlern, die die Eltern oder andere Vorfahren in der Vergangenheit begangen haben, etwa wie ein unvermeidliches  Karma. Weil Kinder mit Behinderungen eine Schande sind, wurden sie entfernt oder versteckt. Niemand wusste früher mit „diffabled persons“ (also „anders begabten Menschen“) umzugehen oder sie zu integrieren, bis wir in einer christlich-kultivierten Gesellschaft endlich lernten, auch diese Menschen mit Einschränkungen so anzunehmen, dass sie ihr Leben optimal führen können.

Im Englischen wird Diffable (different ability  = unterschiedliche Fähigkeit, anders begabt) als Begriff verwendet, um auf Menschen mit besonderen Bedürfnissen zu verweisen. Wenn wir sie "defekt" oder "behindert" nennen (Englisch: disabled), schaffen wir eine Wand gegen sie, wir unterscheiden sie von den "normalen" Menschen, bezeichnen sie als „unfähig“. Dabei sind solche Menschen oft in der Lage, Dinge und Aufgaben überraschend anders anzugehen und zu lösen, als wir es tun würden.

Panti Karya Hephata präsentiert sich heute als eine konkrete Form der Sozialdienst-leistungen der HKBP-Kirche. Die Gemeinschaft der Gläubigen reagierte schon früh auf sozial-marginalisierte Menschen mit Behinderungen. Hephata wurde im Dezember 1923 von Robert Richtig eingerichtet, als Erweiterung des Dorfes Huta Salem bei Laguboti, Nordsumatra, wo zunächst nur Leprakranke medizinisch und pflegerisch betreut wurden. Huta Salem war schon im Jahre 1900 von der Rheinischen Missionsgesellschaft (RMG) für die Rehabilitation und Behandlung von Menschen mit Lepra gegründet worden. Einige Jahre später wurde der Dienst an den Leprakranken vom Landesgesundheitsamt Nord-Sumatra übernommen. Von 1943-1953 wurde dann auch Panti Karya Hephata von der Regierung verwaltet, bevor die Diakonieabteilung der HKBP-Kirche wieder diesen Bereich übernahm, mit sehbehinderten Menschen als Hauptzielgruppe des Dienstes.

Heute dient Panti Karya Hephata ca. 87 Personen, bestehend aus Sehbehinderten, Hörgeschädigten, geistig Behinderten,  Menschen mit körperlicher Behinderungen und Mehrfachbehinderten. Acht Personen sind ältere Menschen, die schon seit langer Zeit nicht mehr arbeiten können, 20 Personen einer Vorbereitungsgruppe (also Menschen, die lernen ihr Leben ohne Betreunung von anderen zu führen), und 59 Menschen leben in Wohngruppen, von diesen sind 27 Schüler, die in eine Sonderschule im Dorf Panti Karya Hephata gehen.

Panti Karya Hephata besteht aus 13 Hektar Land, das sich aus dem Büro und dem Hauptschlafsaal (mit 3 Hektar Land) und der Vorbereitungsgruppe, genannt Siloah (mit 10 Hektar) zusammensetzt. Der Hauptschlafsaal dient heute dem Aufbau einer Sonderschule, dem Selbstentwicklungsprogramm (erweiterte Form der Pflege) und der Werkstatt-Ausbildung, um den Behinderten zu helfen unabhängig so werden. Ziel ist, dass sie durch eigene Arbeit sich ernähren und in die Gesellschaft zurückkehren können. Die Vorbereitungs-Gruppe mit landwirtschaftlichen Flächen und Viehzucht liegt etwa 300 Meter vom Hauptschlafsaal entfernt, damit sie sich besser  im sozialen Umfeld von Panti Karya Hephata integrieren können.

Die Vision von Panti Karya Hephata ist es den „anders begabten“ Menschen zu helfen, sich ganzheitlich zu entwickeln, unabhängig und integriert zu leben. Die Ziele sind:
1. Panti Karya Hephata als Trainingscenter für „anders begabte“ Menschen, um sie unabhängiger zu machen.
2. Panti Karya Hephata als Rehabilitationszentrum mit adäquater Infrastruktur und Bildungsangeboten.
3. Die Batak-Gesellschaft und die
Kirchengemeinden sollen gestärkt werden und die Entwicklung von Panti Karya Hephata fördern.
4. Vorhandene Potenziale der Gesellschaft nutzen für einen unabhängigen Dienst an „anders begabten“ Menschen.
5. Panti Karya Hephata fungiert als Treiber und Motivator eines Rehabilitationsprogramms auf Gemeinschaftsbasis.

Um die Vision und Ziele zu erreichen, starten wir die Arbeit mit persönlicher Betreuung, geistlicher Anleitung und Hilfe für die anders begabten Menschen, sich selbst zu entwickeln und in die Umgebung zu integrieren. Diese Selbst-Entwicklung wird auch im Ausbildungsprogramm der Schule fortgesetzt, neben wissenschaftlicher Ausbildung. Wir helfen ihnen, sich zu baden, zu kleiden, zu essen, das Zimmer zu reinigen, Kameradschaft zu lernen, zu sprechen und andere höflich zu behandeln. Die Entwicklung geht weiter in Arbeitsprogrammen. Die „Anders-Begabten“ erforschen ihre Fähigkeiten und trainieren ihre eigene Arbeit im Musizieren, Nähen, Handwerk, Landwirtschaft und Viehzucht. Sie werden in der Selbstversorgung geschult. Wir begleiten sie im Anbau von Gemüse, Pflegen der Pflanzen und Tiere, Kochen von Speisen, Geschirr spülen, Wäsche waschen und im Sauberhalten der Umgebung. So integrieren wir die anders begabten Menschen in unserer täglichen Arbeiten und Aktivitäten im Dorf Hephata.

Die Rehabilitation findet aber nicht nur in der praktischen Ausbildung statt. Wir haben ein Programm begonnen, das wir „Rehabilitationsprogramms auf Gemeinschaftsbasis“ (Community Based Rehabilitation) nennen. Hierbei schulen wir die Familien und Gemeinden in der Akzeptanz und Anerkennung der anders begabten Menschen. Dieses Programm wird von Außendienstmitarbeitern durchgeführt, die die Betreuung in der Gesellschaft organisieren. Die Rehabilitation ist Arbeit mit den anders begabten Menschen, aber auch mit den Familien und der Gesellschaft, damit diese Menschen in Zukunft nicht mehr abgelehnt werden.
Die 90 Jahre Entwicklung von Hephata sind schon eine lange Zeit und die Bemühungen waren manchmal schwierig, „Anders-Begabten“ zur Selbständigkeit zu verhelfen. Gott sei aber Dank, der uns in all den Jahren durch die Herzensgüte vieler Menschen unterstützt hat. Wir haben einen Traum, der Welt zu zeigen, dass wir alle gleich sind: Wir leben um Christi willen für einander!

Anmerkung: Unter der Überschrift „Zweimal Praktikum auf Sumatra“ finden Sie weiter unten auf dieser Homepage einen Erfahrungsbericht von Carmen Degen, wie sie ihren praktischen Einsatz im Dorf Hephata Anfang 2014 erlebte, sehr lesenswert!

Beiträge des Amtes für Presse und Kommunikation des Kirchenverbandes Köln und Region

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Tageslosung 22.06.2018
Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der HERR.

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