Verwaltungsgebäude, Andreaskirchplatz 1 in Brühl-Vochem 02232/15101-0

Seitenansicht des Verwaltungsgebäudes in Brühl-Vochem, Andreaskirchplatz


(Projektseite von Brot-für-die-Welt, Indonesien, KSPPM: Osterprojekt 2014;  Text und Bilder: B-f-d-W, Redaktion: Reinhard Radloff)

Indonesien Auf der Liste der bevölkerungsreichsten Länder der Erde belegt die Republik Indonesien mit ihren knapp 250 Millionen Einwohnern den vierten Platz. Das südostasiatische Land erstreckt sich über mehr als 17.000 Inseln. Mehr als 27 Prozent der Gesamtbevölkerung lebt in Armut.

Das Bergdorf Marom in Nordsumatra, oberhalb des Tobasees, ist ein bezaubernder Ort mit 1.100 Einwohnern, umgeben von Mango- und Avocadobäumen. Es ist ein grauer Morgen, als sich Alman Simbalon auf den Weg zu seiner kleinen Kaffeeplantage am Rande des Dorfes Marom macht. Simbalon ist Vorsitzender der Kaffeebauern des Dorfes, einer Gruppe von 134 Bäuerinnen und Bauern, die durch ökologischen Anbau versuchen, ihre Lebenssituation zu verbessern.

Das Land, auf dem Simbalon seinen Kaffee anbaut, haben schon seine Vorfahren bearbeitet. Es gibt genug her, um die Familie zu ernähren und etwas Geld zurückzulegen: für die Schuluniformen der Kinder oder Reparaturen an seinem Motorrad. Die Familie kommt zurecht, nicht mehr, nicht weniger.

Doch weil er für das Land, auf dem seine Kaffeebäume stehen und das seine Familie seit Generationen bewirtschaftet, keine Besitzurkunde hat, könnte Alman Simbalon schon bald Probleme bekommen. Denn die indonesische Zentralregierung sieht Land wie seines als öffentliches Land an. Sie vergibt Konzessionen an Bergbau- und Papierfirmen, öffnet die Märkte für private und ausländische Investoren. Für Kleinbauern hat dies häufig verheerende Auswirkungen. Nicht weit von Marom hinterlassen Planierraupen, Kettensägen und Äxte eine Schneise der Verwüstung.

Unterstützung bekommen die Dorfbewohnerinnen und -bewohner nur von der kleinen indonesischen Hilfsorganisation mit dem Namen Kelompok Studi dan Pengembangan Prakarsa Masyaraka (KSPPM). Sie hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, der Landbevölkerung den Rücken gegen Willkür, Landraub, Umweltverschmutzung und die Zerstörung ihres Lebensraums zu stärken. (Anmerkung von R. Radloff: KSPPM ist unabhängig, aber kirchen-nah. Viele HKBP-Pastoren und –Mitarbeiter engagieren sich auch bei KSPPM)

Die Organisation übt Druck auf Distriktregierungen aus, damit diese die Rechte der Landbevölkerung durchsetzen und deren Besitz verbriefen. Außerdem arbeitet KSPPM alternative Gesetzesvorschläge aus, die der Landbevölkerung mehr Rechte zugestehen und sie gegen Landraub schützen. Seit 16 Jahren unterstützt KSPPM rund 45 Bauernverbände rund um den Tobasee.

Um die Not der Bevölkerung zu lindern, helfen Mitarbeitende von KSPPM bei der Suche nach alternativen Einkommensquellen. Dank der Unterstützung von KSPPM konnten Alman Simbalon und die meisten Kaffeebäuerinnen und -bauern des Dorfes Marom aus dem Teufelskreis der Armut ausbrechen. Sie stellten auf ökologischen Anbau um und erschlossen sich neue Einkommensquellen. "Wir verwenden keinen Kunstdünger mehr, sondern selbst hergestellten Kompost. So sparen wir Geld und erhöhen zusätzlich den Ernteertrag."

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