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(Text: Elke Sippel & Reinhard Radloff, Fotos: R. Radloff & Martogi Sitorus)

Wasserprojekt Silindung Maerz 2014Seit etwa acht Jahren wird in den Gottesdiensten der Evangelischen Gemeinde Brühl regelmäßig eine Diakonie-Kollekte für die Partnerschaftsgemeinden unseres Kirchenkreises auf Nordsumatra gesammelt. Wie kam es dazu und wie werden diese Mittel verwendet?

Nach dem verheerenden Tsunami im Indischen Ozean, der am 2. Weihnachtstag 2004 über 230.000 Tote forderte und gerade Nordsumatra in einem erschreckenden Ausmaß traf, überlegte das Presbyterium der Brühler Kirchengemeinde, ob und wie sich die Gemeinde langfristig an der Aufbauhilfe für Nordsumatra beteiligen könnte. Unsere seit über 20 Jahren bestehende  Kirchenpartnerschaft mit der Toba-Batak-Kirche (HKBP) auf Nordsumatra war dabei Grundlage der Entscheidung, Menschen, denen wir im Besonderen verbunden sind, unsere Hilfe zukommen zu lassen. Das Gebiet unseres Partnerkirchenkreises Silindung im Hochland von Nordsumatra hat aufgrund starker tektonischer Aktivitäten, die von einer sich durch ganz Sumatra ziehenden Vulkankette hervorgerufen werden, unter ständigen Erdbeben zu leiden. Häufig werden so Gebäude zerstört.  Außerdem kann die Bevölkerung nur schlecht mit Trinkwasser versorgt werden. Hier gibt es abgelegene Dörfer, die auch heute noch über keine Leitungen mit fließendem Wasser verfügen, ein Lebensumstand, den wir uns selbst kaum vorstellen können.
So hat die Gemeinde Brühl sich entschlossen, einen Teil aller Diakonie-Kollekten aus den Gottesdiensten dem Zweck des Aufbaus der Wasserversorgung in den Dörfern unseres Partnerkirchenkreises zu widmen.

Die Mitarbeiter des Partnerschaftsausschuss BPM in Silindung geben uns kontinuierlich gute Informationen über die Wasserversorgungsprojekte, die nunmehr seit 7 Jahren verschiedenen, abgeschiedenen Bauerndörfern zu Gute kommen, so dass auch wir uns über die Erfolge mit ihnen freuen können. Zumeist wurden 20 bis 30 m tiefe Brunnen gebohrt, mit Elektropumpen bestückt und das Wasser zu einem Sammelbecken neben der Dorfkirche gepumpt. Von dort legten die Dorfbewohner dünne PVC-Leitungen in die einzelnen Häuschen. Der mühsame Antransport des täglich benötigten Wassers per Eimer auf den Köpfen der Frauen und Kinder kann nun Dank der Wasserleitungen entfallen. Als Eigenbeteiligung bezahlen die Dorfbewohner die anfallenden Stromkosten und legen regelmäßig kleine Beträge zusammen, um die Pumpen bedarfsweise reparieren oder auswechseln zu lassen. So wurden bisher 10 Dörfer mit einer einfachen, aber zuverlässigen Wasserversorgung ausgestattet.

P1090471Als zweites Projekt zur Unterstützung benachteiligter Familien im ländlichen Gebiet von Silindung, an dem die Gemeinde Brühl maßgeblich beteiligt ist, wurde 2012 ein Fonds für Studenten aufgelegt. Dieser erlaubt es auch jenen Familien, ihrem Kind ein Universitäts- oder Fachhochschulstudium zu ermöglichen, die selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel dazu verfügen. Voraussetzung für die Aufnahme in den Fonds sind u.a. ein sehr guter Schulabschluss und zu erwartende gute Leistungen im Studium. Dazu wird ein Monitoring seitens eines Auswahlausschusses des Kirchenkreises Silindung vorgenommen. Dieser Fonds von jährlich 2.000 EUR kommt zur Zeit 10 Studenten zu Gute. Unser Partnerkirchenkreis legt noch einmal umgerechnet 1.000 EUR hinzu, so dass 5 weitere Studenten gefördert werden können. Als Familie Radloff vom Partnerschaftsausschuss Köln-Süd unsere Partner im August letzten Jahres besuchten, konnten sie bei einer feierlichen Stipendienübergabe dabei sein. Hier erlebten sie direkt, wie groß die Freude und Dankbarkeit der Studenten und ihrer Eltern war, denn Bildung wird bei den Batak als ein äußerst wichtiges Gut betrachtet.
Diesen Dank geben wir gerne an die Gemeinde Brühl weiter.   Der Studentenfonds soll zunächst bis 2017 bestehen. Da bisher gute Erfahrungen damit gemacht wurden, ist es das Ziel, ihn im  Anschluss nach Möglichkeit zu verlängern.
 

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