Verwaltungsgebäude, Andreaskirchplatz 1 in Brühl-Vochem 02232/15101-0

Seitenansicht des Verwaltungsgebäudes in Brühl-Vochem, Andreaskirchplatz

​Am 26.Januar 2019 lädt der Kirchenkreis Köln-Süd zum 26. Mal in Folge zum Frauentag ein. Im Berufsförderungswerk Köln der Diakonie Michaelshoven wird der Tag der Frauen das Thema "Was mich TRÄGT..." zum Inhalt haben. Mit zwei untersch...
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Superintendent Bernhard Seiger stimmte auf das Reformationsjubiläum und die damit verbundenen Herausforderungen ein

06.11.2016

Mit einem Abendmahlgottesdienst in der Erzengel-Michael-Kirche in Michaelshoven begann die Synode des Kirchenkreises Köln-Süd. Pfarrerin Simone Drensler und Pfarrerin Christiane Birgden gestalteten mit ihrem Team den morgendlichen Gottesdienst zu Psalm 31,16 „Meine Zeit steht in deinen Händen“.
 

Rüdiger Penczek, Simone Drensler und Bernhard Seiger vor einer der Tafeln der Wanderausstellung „500 Jahre Reformation in Köln und Region“, die zurzeit in Michaelshoven zu sehen ist.

Pfarrerin Drensler begann ihre Predigt mit einem Bild aus der heutigen Werbung: der perfekten Frau, die scheinbar mühelos alles unter einen Hut bekommt, ihren Job, die Familie und ein gepflegtes Äußeres, dem die Zeit nichts anhaben kann. Warum träfe das auf die meisten Menschen nicht zu? Warum fühlten sich viele permanent überfordert und litten an Zeitmangel – trotz einem Mehr an Zeit durch Internet und Co., fragte sie und folgerte: „Unsere Zeitlichkeit auf uns zu nehmen, geht nur, wenn man sich von Gott tragen lässt.“

Grüße aus der Partnergemeinde auf Sumatra
Im Anschluss an den Gottesdienst begrüßte Superintendent Dr. Bernhard Seiger die Synodalen im Berufsförderungswerk Michaelshoven. Nach Feststellung der Beschlussfähigkeit, 78 Synodale waren anwesend, richtete Reinhard Radloff, Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses in Köln-Süd, die Grüße und Wünsche aus dem Partnerkirchenkreis auf Nord-Sumatra in Indonesien aus.

Superintendent Seiger: „Glaubensfreiheit ist nicht selbstverständlich“
Der Bericht des Superintendenten stand ganz im Zeichen der Reformation. Anlässlich des Reformationsjubiläums verwies Seiger auf die neue Übersetzung der Lutherbibel, welche die Sprachmächtigkeit Martin Luthers zum Ausdruck bringe und der Bibel durch den reformatorischen Grundsatz „sola scriptura“ (allein die Schrift) auch heute noch große Orientierungskraft verleihe. Im Kontext der Wanderausstellung zum Jubiläum „500 Jahre Reformation in Köln und Region“ erläuterte er die beschwerlichen Anfänge der evangelischen Minderheit im katholischen Köln und in der Region und erinnerte daran, dass die Freiheit des Glaubens und der Religionsausübung erst seit 200 Jahren bestehe. „Dies ist ein Grund, dankbar zu sein, denn diese Freiheit ist nicht selbstverständlich“, betonte der Superintendent. In vielen Ländern der Erde, etwa im Iran, in Syrien und China, würden Christen immer noch verfolgt.

Sprungbrett Reformationsjubiläum: Quo vadis?
Ein weiterer zentraler Punkt in der Rede des Superintendenten stellten Überlegungen zu der Frage dar, welche Erkenntnisse der Reformatoren heute wegweisend seien, und wie man damit unter geänderten Rahmenbedingungen umgehen könne. Seiger fragte: „Was treibt unsere Kirche an?“ und erklärte dies mit dem Modell „Kirche als Hybrid“, als Bündelung dreier verschiedener „Antriebssysteme“: Kirche als Bewegung der Aktiven, deren Herz für eine Sache brenne, als Institution Volkskirche, die einen kulturellen und gesellschaftlichen Rahmen schaffe, und als moderne Organisation, die auch betriebswirtschaftliche Überlegungen anstellen müsse und in Konkurrenz zu anderen Angeboten stehe. „Ich glaube, dieses Modell, unsere Kirche zu verstehen, kann uns künftig sehr weiterhelfen. Alle drei Idealbilder der Kirche, alle Antriebssysteme brauchen wir. Wir dürfen sie nicht abwertend und in Konkurrenz miteinander, sondern in Ergänzung zueinander verstehen“, so das Plädoyer des Superintendenten.

Herausforderungen für die evangelische Kirche in den nächsten Jahrzehnten
Vor dem Hintergrund notwendiger Reformprozesse thematisierte Seiger auch die Verwaltungsstrukturreform, dankte allen Beteiligten und warb für den Reformprozess, der in der Vergangenheit viel Mühe und Kraft gekostet habe. Als große Herausforderung stelle sich auch die Frage, welche Erkenntnisse der Reformatoren heute Leitlinien sein könnten? „Wie können wir in die Zukunft gehen, so dass wir künftig Menschen erreichen, die nicht zum Kern der Kirche gehören?“, überlegte Seiger und wie könne Althergebrachtes und Neues gut miteinander funktionieren? Der Superintendent gab abschließend eine mögliche Marschrichtung vor: „Manche Dinge mutig bleiben lassen“ – nicht alles weiterzuführen, was vor 20 Jahren aktuell gewesen sei. Er wünsche sich außerdem, dass „viele von uns sagen können: Ich bin gerne Christ, und ich weiß warum und bin stolz darauf.“

Der vollständige Jahresbericht von Dr. Bernhard Seiger kann hier nachgelesen werden. 

Kontroverse: Tradition versus Zeitgeist
In der anschließenden Aussprache zum Bericht des Superintendenten, die Synodalassessor Pfarrer Rüdiger Penczek moderierte, entwickelte sich eine lebhafte Diskussion darüber, wie Kirche sich in den nächsten Jahrzehnten entwickeln werde. Dazu merkte Pfarrerin Almuth Koch-Torjuul aus Frechen an, dass die Idee des Hybriden, alles unter einen Hut zu bekommen, zwar verlockend, aber nicht unproblematisch sei. „In diesem Spannungsfeld knirscht es viel mehr, als wir zugeben wollen.“ Pfarrer Gerhard Johenneken aus Zollstock fügte mit Blick auf das sensible Thema „Pfarrerzentrierung“ hinzu: „Ich bin doch konservativer als ich es sein möchte und finde, dass wir zu sehr dem Zeitgeist hinterherlaufen. Ich möchte keine zwei Minuten Predigten. Wir müssen auch zu Form und Fassung der Reformation stehen.“ Die kontroverse Diskussion zeigte, wie sehr das Thema „Reformation und ihre Bedeutung für die evangelische Kirche heute“ die Gemüter bewegte.

Arbeitshilfe „Dialog mit Muslimen“ fehlt theologische Substanz
Ausgiebig wurde auch der Tagungspunkt „Diskussionsprozess zur Arbeitshilfe ‚Weggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit den Muslimen‘“ diskutiert. Zunächst lobte Seiger die große Bereitschaft der Gemeinden, sich mit der Arbeitshilfe auseinanderzusetzen. Die Rückmeldungen aus den Gemeinden in der anschließenden Fragerunde zeigten, dass es für eine klare kirchliche Positionierung noch Nachbesserungsbedarf gibt. Die Synodalen beanstandeten insbesondere den Mangel an theologischer Substanz in der Arbeitshilfe. Die Anwesenden einigten sich auf eine verschärfte Beschlussfassung, in der die Landeskirche aufgefordert wird, Beispiele für das Gelingen des Dialogs mit Muslimen zu formulieren, aber auch Probleme im konkreten Zusammenleben von Muslimen zu benennen. Außerdem erwartet der Kirchenkreis, dass theologisch nachgebessert wird. Der modifizierte Beschluss wurde mit drei Enthaltungen angenommen.

Haushalt wird einstimmig verabschiedet
Die anwesenden Synodalen beschlossen den Haushalt 2017, vorgetragen von Diplom-Ökonom Lothar Ebert, Vorsitzender des Finanzausschusses, einstimmig ohne Gegenstimme und Enthaltung. Zwar weist der Haushalt des Kirchenkreises Köln-Süd ein Defizit von 95.409 Euro auf. Dies sei jedoch der Verwaltungsstrukturänderung geschuldet und werde aus den Rücklagen finanziert. Verursacht wurde das Defizit durch den Umbau des bisherigen Verwaltungsgebäudes und durch die vorübergehende Aufstockung um drei Personalstellen im Rechnungsprüfungsamt. Der Gesamtertrag der Erträge liegt bei 649.813 Euro, der Gesamtbetrag der Aufwendungen bei 745.222 Euro.

Tauf- und Trauspruch sollen Bibelworte sein
Die evangelische Gemeinde in Rondorf stellte einen Antrag an die Landessynode zur Ergänzung der Kirchenordnung hinsichtlich des Tauf- und Trauspruchs. Die Gemeinde forderte, dass zukünftig in der Kirchenordnung festgelegt sein soll, dass es sich bei einem Tauf- oder Trauspruch um ein Bibelwort handele. Immer öfter kämen Anfragen, muslimische oder literarische Sprüche zu verwenden. Zur Inspiration könne man die Hochzeitspaare oder Taufeltern auf Internetseiten wie www.taufspruch.de oder www.trauspruch.de verweisen, wo ausschließlich Bibelverse zu finden sind. Der Antrag wurde einstimmig mit einer Enthaltung angenommen.

 
Superintendent Seiger gratuliert den neuen Synodalbeauftragten: Pastorin Verena Miehe (re.) und Prädikantin Heike Kümpel (li.)

 


Mehr Rückenwind für Prädikantenausbildung
Breiten Raum nahm das Thema „Prädikantenausbildung“ ein. Die Gemeinde Frechen reichte einen Antrag ein, in dem sie forderte, die Ausbildungskapazitäten zur Ausbildung der Prädikanten zu erhöhen, die Prädikantenausbildung damit wertzuschätzen und die Wartezeiten für die Ausbildung zu verkürzen. Pfarrer Sven Torjuul, der das Anliegen der Gemeinde vortrug, sagte, es gehe nicht darum, den Pfarrermangel durch Prädikanten zu decken, sondern die Ehrenamtlichen ernst zu nehmen und lange Wartezeiten zu verhindern. Heike Kümpel, die seit Juni Prädikantin ist, bestätigte die Mängel im Bewerbungsverfahren. Superintendent Seiger ergänzte, dass dies auch ein Anliegen aus anderen Kirchenkreisen sei und schlug ebenfalls eine Qualitätsverbesserung im Bewerbungsmodus vor. Der geringfügig modifizierte Beschluss der Gemeinde Frechen wurde mit fünf Gegenstimmen und 11 Enthaltungen angenommen.

Zwei neue Synodalbeauftragte gewählt
Bevor zwei neue Synodalbeauftragte gewählt wurden, betonte Skriba Simone Drensler die wichtige Bedeutung der Gemeindeberichte sowie der Berichte der Synodalbeauftragten aus den einzelnen Ämtern und Einrichtungen. „Diese sind Informationsknotenpunkte, die unsere Gemeinden vernetzen und die Vielfältigkeit der Themen und Aktivitäten der einzelnen Gemeinden und Ämter deutlich machen“, so Drensler. Sie dankte Pfarrer Dr. Thomas Hübner, der als Synodalbeauftragter für das Archivwesen zuständig war, für sein Engagement. Er gibt das Amt auf, da er in den Ruhestand tritt. Ohne Gegenstimmen, mit zwei Enthaltungen, wurde Prädikantin Heike Kümpel aus Kerpen zur Synodalbeauftragten für Presbyterfortbildung gewählt. Als neue Synodalbeauftragte für Seniorenarbeit stellte sich Pastorin Verena Miehe aus Rodenkirchen zur Wahl. Sie wurde einstimmig von der Synode gewählt. Das Amt des Synodalbeauftragten für Ökumene konnte nicht besetzt werden.

Stichwort: Kirchenkreis Köln-Süd
Der Kirchenkreis Köln-Süd umfasst insgesamt 16 Gemeinden: Brüggen/Erft, Brühl, Frechen, Horrem, Friedenskirchengemeinde Erftstadt, Hürth, Kerpen, Köln-Bayenthal, Philippus-Kirchengemeinde Köln-Raderthal, Köln-Rodenkirchen, Köln-Zollstock, Lechenich, Rondorf, Sindorf, Sürth-Weiß und Wesseling. Hier leben etwa 68.000 Gemeindeglieder.


 

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Beiträge des Amtes für Presse und Kommunikation des Kirchenverbandes Köln und Region

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Tageslosung

Dienstag, 11. Dezember 2018:

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.
Jesaja 49,13

Christus Jesus wurde für uns zur Weisheit durch Gott und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.
1.Korinther 1,30

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